Wie umgehen mit der Terror-Angst?

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Wie umgehen mit der Terror-Angst?
Würzburg, München, Ansbach, innerhalb weniger Tage hat Bayern 3 Terroranschläge erlebt. 3 Taten, die erschüttern und die Frage stellen, wie gehen wir mit der Terror-Angst um und wie schützen wir uns davor.
Nach einer aktuellen Umfrage der ZEIT erwarten 77% der Deutschen weitere Terroranschläge in Deutschland. Zugleich glauben aber auch 59%, Polizei und Sicherheitsbehörden leisten genug, um die Bevölkerung davor zu schützen.
Doch das subjektive Gefühl der Angst nimmt weiter zu. Wie können Sie sich davor schützen? Sind Sie der Angst also hilflos ausgeliefert?

Nein, das sind Sie nicht. Kognitive Angstbewältigungsstrategien sind ebenso wie Entspannungstechniken geeignet, das Stress- und Angstniveau effektiv und langfristig zu senken. Der Gedanken-Stopp lässt sich auch bei aufkommenden Angstgedanken vor Terror anwenden. Stoppen Sie den Gedanken energisch, so bald Sie ihn erkennen. Atmen Sie danach tief durch und kommen Sie innerlich wieder zur Ruhe, so löschen Sie den Gedanken auch mental. Denken Sie anschließend an etwas Schönes.
Sollte Sie die Angst vor dem Terror länger und anhaltender begleiten, wenden Sie die 2-Spalten-Technik an. Schreiben Sie auf, welche negativen Gedanken Sie haben, wovor Sie Angst empfinden, auch, in welchen konkreten Situationen. Schreiben Sie anschließend daneben positive Gedanken, formulieren Sie Ihre ängstlichen Vorstellungen positiv um. Wenn Sie Angst haben, Abends öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, so schreiben Sie daneben, das ist mein Leben und ich will mich nicht einengen lassen. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Die Strategie der Attentäter setzt auch auf die Einschüchterung der Menschen, auf die systematische Einengung ihrer Lebensräume. Dem setzen Sie Ihre Freiheit entgegen, so zu leben, wie Sie es wollen, Ihre Werte von Freiheit, Offenheit und Selbstbestimmtheit.

Auch die regelmäßige Ausführung von Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung senkt nachhaltig und langfristig Ihr Stressniveau. Wissenschaftlich ist nachgewiesen, ein geringes Stressniveau bewirkt weniger Angstzustände.

Die Angst vor dem Terror wird noch lange ein Begleiter unseres Lebens bleiben. Amokläufe wie in der vergangenen Nacht in einem Pflegeheim in Japan oder wie in München und islamistische Anschläge werden weiterhin passieren, kein Geheimdienst und keine Polizei wird sie vollständig verhindern können.

Nur haben Sie es in der Hand, wie Sie mit der von Terroristen bewusst geschürten Angst umgehen, ob Sie sich einschüchtern und in Ihrem Leben einengen lassen oder ob Sie dem bewusst mit eigenen Strategien begegnen.
Gerne berate ich Sie dazu auch persönlich.

Warum lässt sich Angst nicht löschen?

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Angst ist eine natürliche und im Stammhirn verankerte Reaktion, die auch heute noch überlebensnotwendig ist. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, jeder Mensch reagiert auf neue Reize, für die ihm keine Erfahrungswerte vorliegen, mit Angst. Das trifft auch auf intensive Reize sowie die angeborenen Angstreaktionen zu.

Wie aber sieht es mit den, vermeintlich, irrationalen und sinnlosen Ängsten aus?  Oder anders gefragt, welchen Sinn haben Strategien der Angstbewältigung, wenn sich die Angst nicht löschen lässt?

Diese Frage suggeriert, der Mensch habe einen Reset-Knopf, der einmal gedrückt wird und der Ursprungszustand wird wieder hergestellt. Jeder weiß, das ist nicht der Fall. Das Unbewusste speichert jedes Ereignis, jedes Gefühl, jeden Sinneszustand ab, auch wenn er vergessen wird. Wird in einer bestimmten Situation Angst empfunden, so tritt das Unbewusste mit dem Bewusstsein in Kontakt. Ist der abgespeicherte Prozess negativ behaftet, löst er negative Gedanken aus. Wir fühlen, was wir denken. Daraus ergibt sich, die Situation wird negativ bewertet.

Löschen lässt sich Angst also nicht. Nur wie dann mit ihr umgehen? Wesentlich ist, sie als integralen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren, ja, sie in das eigene Leben sinnvoll zu integrieren. Ist Angst doch auch auch mächtiger Motivator, das eigene Leben zu verändern. Positiv angenommen, lassen sich die durch Angst erzeugten Energien sinnvoll für eine Entwicklung in neue Richtungen, für das Überschreiten von Grenzen und für das Führen eines selbstbestimmten Lebens nutzen. Anders gesagt, Angst verhindert, dass Sie ein Leben führen, das nicht zu Ihnen passt!

Das setzt eine aktive Beschäftigung mit den eigenen Ängsten voraus. Angstbewältigungsstrategien erfordern immer eine aktive Mitarbeit. Die eigenen Ängste annehmen, erkennen, woraus sie resultieren, Ursachen analysieren und das eigene Leben verändern, auch den Umgang mit der Angst verändern, das ist, kurz gesagt, das Ziel aller Angstbewältigungsstrategien.

Also, warum wollen Sie Ihre Angst löschen? Nutzen Sie sie lieber sinnvoll für eine Veränderung, die sie glücklicher, zufriedener und selbstbewusster leben lässt.

Die geheime Angst

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Als geheime Angst wird die soziale Angst bezeichnet, die Angst, im Mittelpunkt zu stehen, von anderen kritisiert und negativ bewertet zu werden, Fehler zu machen oder sich zu blamieren.

Soziale Angst entsteht im Jugendalter, in der Pubertät, in einer Zeit, in der soziale Kontakte aufgebaut werden und die Hierarchie in einer Gruppe erkämpft wird.
Diese Angst hat meist die Ursache in der Kindheit. Leben die Eltern schon zurückgezogen, wird auch das Kind nur wenige soziale Kontakte knüpfen. Haben die Eltern nur ein geringes Selbstwertgefühle, so übertragt sich das auf die Kinder.

Soziale Angst ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

übermäßige gedankliche Beschäftigung mit realen oder vorgestellten sozialen Situationen
eine erhöhte Selbstaufmerksamkeit in sozialen Situationen, anstatt sie Aufmerksamkeiten anderen Personen zu widmen
in der Folge einer Vermeidung sozialer Situationen
Menschen, die unter sozialer Angst leiden, wollen auf keinen Fall auffallen. Sie fürchten ein negatives Feedback und verhalten sich extrem unauffällig. Zudem leiden sie unter einem geringen Selbstwertgefühl.

Zu den sozialen Ängsten zählen unter anderem:

Angst vor Ablehnung
Angst vor Kritik
Versagensangst, auch sexuelle
Angst vor Autoritäten
Angst vor Nähe, aber auch vor dem Alleinsein
Angst, im Mittelpunkt zu stehen

Kurz gesagt, soziale Angst führt in eine innere Isolation, sie erhöht dauerhaft die Anspannung, was zu einer vegetativen Fehlsteuerung des Nervensystems führt. Sie bewirkt eine Einengung der Wahrnehmung, weil selbst vorgestellte soziale Situationen wie der Besuche eines Restaurants nicht realistisch bewertet werden. Der mit sozialer Angst einhergehende Stress bewirkt körperliche Angstsymptome.

Die von sozialer Angst Betroffenen wählen oft eine radikale Vermeidungsstrategie, um der Angst zu entkommen. Diese hat jedoch nur einen kurzfristig positiven Effekt, langfristig verstärkt sie die Angst nur noch.
Denn der positive Rückkopplungseffekt kann nicht eintreten, wenn diese Menschen lieber stundenlang zu Hause grübeln, wie sie wohl auf andere wirken, anstatt sich ihren Ängsten zu stellen.

Unterschieden werden zwei Erscheinungsformen der sozialen Angst, die generalisierte soziale Angst sowie die nicht generalisierte soziale Angst.

Die erste Erscheinungsform tritt in allen neuen sozialen Situationen auf, während sich die Betroffenen in einem gewohnten und bekannten sozialen Umfeld angstfrei bewegen.
Neue private oder berufliche Aufgaben werden abgelehnt, weil ihre Umsetzung nur mit starken Angstzuständen möglich wäre. Angst lähmt, hier trifft diese Aussage radikal zu.

Die zweite Erscheinungsform tritt nur in spezifischen Situationen auf, sie wird auch als Leistungstyp bezeichnet, weil sie oft mit dem Erbringen einer Leistung verbunden ist. Dazu zählen beispielsweise Prüfungen, eine Rede halten oder Bewerbungsgespräche.

Generell gilt, soziale Angst muss und kann erfolgreich behandelt werden. Ihr Grundprinzip besteht in einem gering ausgeprägten Selbstbewusstsein und n einem unrealistischen Selbstbild. Als Selbstbild wird des gesamte Wissen über die eigene Person sowie die Summe der eigenen Erfahrungen bezeichnet.

Der Kreislauf aus dem sich selbst zurückziehen, negativen Gedanken und Selbstgesprächen muss dazu durchbrochen werden. Wer einmal eine Einladung aussprach, die nicht angenommen wurde, muss dies nicht automatisch immer wieder erleben. Wer einmal auf einer Party nur allein mit seinem Bierglas in der Hand einsam rumstand, findet auf der nächsten Feier vielleicht doch interessante Gesprächspartner. Nur wer es nie wieder probiert, wird diese positiven Effekte auch nicht erleben. Sein Selbstbild wird weiter negativ geprägt bleiben, weil die positiven Rückkopplungseffekte nicht erlebt werden.

Die bereits vorhandenen sozialen Defizite werden sich weiter verstärken und der Betroffene zieht sich noch mehr in Selbstzweifel und innere Isolation zurück, was bis in Depressionen und schwere psychische Erkrankungen führen kann.

Eine erfolgreiche Behandlung muss daher eine Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins und ein Durchbrechen des verhängnisvollen Kreislaufs aus negativen Gedanken und Gefühlen sinnvoll und behutsam kombinieren. Dazu ist eine langsame direkte Konfrontation mit den Angst auslösenden Situationen unumgänglich. Zuerst der Stehimbiss mit der Currywurst, danach ein kleines Restaurant mit nur 10 Plätzen, später ein größeres Lokal, so könnte eine erfolgreiche Strategie aussehen. Die Betroffenen erleben mit dieser Strategie mehrere AHA-Effekte. Erstens werden sie merken, die Angst steigt bis zum Höhepunkt an und ebbt anschließend spontan ab. Zweitens erleben sie, ihre Annahmen und Befürchtungen existieren in der Realität so gar nicht, die vorgestellte und befürchtete Katastrophe findet nicht statt. Je häufiger und intensiver diese Konfrontation mit Angst auslösenden Situationen, und zwar durchaus unterschiedliche, geübt wird, desto geringer werden die real empfundenen Ängste sein.

Gespräch der Emotionen

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“Ich möchte anderen Sex”, sagte die Neugier.

“Wie, anderen Sex?”, fragte die Vorsicht.

“Eben anderen, ich möchte Abwechslung”, antwortete die Neugier.

“Juhu, Abwechslung…”, jubelte die Leidenschaft.

“Ist das nicht gefährlich?”, fragte die Vorsicht.

“Wieso gefährlich”, rief die Leidenschaft, “das wäre geil, ich hätte endlich wieder mehr zu tun!”.

In diesem Moment meldeten sich die Augen. “Wie sehen ein entzückendes weibliches Wesen direkt auf uns zu laufen”.

“Wir hören eine entzückende weibliche Stimme”, ergänzten die Ohren.

“Bekomme ich Arbeit?”, fragte die Erregung aus dem Untergrund und auch die Leidenschaft hüpfte fröhlich auf und ab.

“Alle in Alarmbereitschaft, wer weiß, was das ist!”, bellte die Vorsicht, nur niemand hörte auf sie.

“Wir spüren zärtliche weibliche Hände auf uns”, meldeten die hoch sensiblen Hautzellen.

Mit einem Satz hatte die Erregung ihren Untergrund verlassen und auch die Leidenschaft begann zur Hochform aufzulaufen.

“Oje, oje, das endet böse”, jammerte die Vorsicht.

Die Neugier war längst aktiv geworden. Sie hatte sich mit dem Tastsinn und dem Geruchssinn verbündet und erkundete, dabei alles um sich herum vergessend, das entzückende weibliche Wesen.

“Siehst wenigstens Du hier die Gefahren, alle anderen sind ja irre geworden”, wandte sich die Vorsicht an die Aufmerksamkeit.

“Welche Gefahren, hier sind keine Gefahren, nur Lust und Freude”, erwiderte die Aufmerksamkeit in ihrer ruhigen, bedächtigen Art.

Während die Neugier, die Leidenschaft und die Erregung sich nach Herzenslust austobten und sich dabei mit ihren Schwestern des weiblichen Körpers verbündeten, um Lust und Freude zu potenzieren, schmollte die Vorsicht in ihrer Ecke. Selbst die seelische Einsamkeit, die ihr zunächst noch Gesellschaft geleistet hatte, war aufgestanden.

“Wohin möchtest Du denn?”, hatte die Vorsicht mit trauriger Stimme gefragt.

“Ich möchte mit das Schauspiel zumindest mal ansehen, so fröhlich, so lustig wie es klingt, kann es nicht gefährlich sein”. So stand die seelische Einsamkeit am Rande, bis die Erregung sie einfach an die Hand nahm. “Mitmachen ist schöner, komm…” lachte sie und zog die seelische Einsamkeit einfach in den Trubel.

 

Wenn Angst zur Krankheit wird

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Wenn Angst zur Krankheit wirdWas ist Angst?

Angst ist eine natürliche und biologisch im Organismus verankerte Reaktion auf eine reale oder vorgestellte Bedrohung und für das Überleben notwendig. Die körperlichen Prozesse wie die Ausschüttung von Adrenalin, eine erhöhte Wahrnehmung und die Versorgung der Muskeln mit mehr Blut laufen unbewusst ab und lassen sich nicht willentlich steuern. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Zwischen dem Reiz, der die Angst auslöst, und der körperlichen Reaktion befindet sich als Bindeglied der Denkprozess, also die Bewertung der Situation. Diese Bewertung beinhaltet Erfahrungen, Erinnerungen, Gedanken, Vorstellungen und Erwartungen und ist entscheidend für den Umgang mit der aufkommenden und als unangenehm empfundenen Angst. Kurz gesagt, Angst entsteht im Kopf.

Ist die Situation überstanden, beginnt für den Körper eine Erholungsphase. Um die innere Balance wieder herzustellen, schüttet der Körper Noradrenalin aus, die Atmung normalisiert sich ebenso wie der Kreislauf, die Gedanken beruhigen sich. Dieser Ablauf der Angst bedeutet keine Gefährdung, ist der menschliche Körper doch auf solche kurzzeitigen extremen Belastungen gut vorbereitet.

Wann wird Angst zu einer ernsthaften Erkrankung?

Eine Angsterkrankung führt zu einer Fehlsteuerung der biologisch festgelegten Angst- und Stressreaktion. Sie bedeutet eine zunehmende Beeinträchtigung der persönlichen Lebensqualität. Bei Frauen sind Angsterkrankungen heute schon die häufigste psychische Störung. Bei Männern stehen sie nach Suchterkrankungen an zweiter Stelle der psychischen Krankheiten. 10% der Deutschen sind heute durch Angsterkrankungen in ihrem Alltag bereits eingeschränkt.

Merkmale einer Angsterkrankung sind:

– die Angst tritt unangenehm stark auf
– sie tritt häufig und langanhaltend auf
– der Betroffene verliert die Kontrolle über das Auftreten und den Verlauf von Ängsten
– Angst auslösende Situationen werden bewusst vermieden
– die empfundene Angst steht in keinem Verhältnis zum sie auslösenden Reiz

Unbehandelt kann sich eine Angsterkrankung zu einer so genannten generalisierten Angststörung entwickeln. Diese schwere Erkrankung ist gekennzeichnet durch:

– mehr als 6 Monate andauernde Ängste sowie Gedanken und Vorstellungen von Situationen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit so nie eintreten werden
– geringfügige Anlässe werden subjektiv als hoch belastend erlebt
– körperliche Unruhe, die Unfähigkeit, sich zu entspannen, Unwohlsein, Schlafstörungen, auftretendes Herzrasen und andere körperliche Symptome
– eine erhöhte, das normale Mass übersteigende Wachsamkeit
– das Denken ist nur auf die, imaginäre, Angstsituation und wie diese vermieden werden kann, gerichtet

Wie lässt sich eine Angsterkrankung behandeln

So wie Angst eine vielschichtige und individuelle Erkrankung ist, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten sehr differenziert. Kurz zusammengefasst, und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, sind folgende Behandlungsmethoden erfolgversprechend.
Zunächst muss eine organische Erkrankung durch den Arzt ausgeschlossen werden.
Auch ist eine ausführliche Anamnese durch einen Facharzt oder ausgebildeten Angstherapeuten notwendig, um die Ursachen der Angst zu benennen.

Bei manchen Angstpatienten ist die Expositionsstrategie erfolgreich. Dabei wird der Betroffene mit der seine Angst auslösenden Situation bewusst konfrontiert. Er lernt, seine Angst auszuhalten und empfindet das Gefühl, diese Situation ist nicht bedrohlich. So gewinnt er langsam die Kontrolle über seine Angst zurück. Die empfundene Hilflosigkeit weicht einer zunehmenden Sicherheit.

Eine andere Variante ist die kognitive Methode. Dabei werden die bei Angst auftretenden Gedanken durch Gesprächstherapie in eine positive Richtung gelenkt. Die kognitive Methode stammt aus der Verhaltenstherapie, der Betroffene ändert dadurch seinen Umgang mit der Angst. Die bei Angst auftretenden negativen Gedanken führen in die Sackgasse, dass die eigenen Möglichkeiten, die Situation zu bewältigen, als zu gering und nicht ausreichend eingeschätzt werden. Hilfreich hat sich bei der kognitiven Methode die Führung eines Angsttagebuches erwiesen, in dem der Betroffene seine Empfindungen und Gefühle notiert. Behutsam werden seine Gedanken in eine positive Richtung gelenkt, sein Selbstbewusstsein gestärkt und er bekommt die Kontrolle über seine Angst zurück.

Angstpatienten benötigen professionelle Hilfe, um aus dem Teufelskreis der Angst auszubrechen. Unbehandelt führt Angst oft in schwere Depressionen und sogar in Suizidgefahr. Hilfe bieten Psychologen, ausgebildete Angstherapeuten und Heilpraktiker an. Auch Selbsthilfegruppen von Angstpatienten sind eine erste Anlaufstelle.

Müssen Sie noch oder wollen Sie schon?

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Müssen Sie noch oder wollen Sie schon?
Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Klar, Sie müssen tun was Ihr Chef anordnet, sich unterordnen, dem Leben anpassen, um Geld zu verdienen. Müssen Sie das wirklich? Oder handeln Sie nur so, weil es von Ihnen erwartet wird? Weil alle Ihre Kollegen, Freunde und Bekannte, auch Verwandte, so leben und sich den äußeren Bedingungen anpassen, machen Sie es eben mit. Weil, was so viele tun, kann ja nicht verkehrt sein, oder?

Stellen Sie einmal in Ruhe die Frage, wie zufrieden Sie mit Ihrem Leben sind. Tun Sie das, was Sie wirklich wollen? Sind Sie innerlich mit sich im Reinen?

In der Stressforschung werden vier unterschiedliche Arten von Stress unterschieden.

Wenn Sie müssen, werden Sie mehr den Disstress spüren. Das bedeutet, der Stress wirkt länger anhaltend auf Sie, Ihre Energiereserven werden aufgebraucht und durch die fehlende Erholungsphase nicht wieder aufgebaut. Die Folge sind Ermüdung, erhöhte Reizbarkeit und nachlassende Leistungsfähigkeit. Sie verwenden Ihre Energie darauf, die Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen anderer Menschen zu erfüllen. Damit geben Sie einen Teil Ihrer eigenen Identität auf.

Wenn Sie wollen, werden Sie den Eustress intensiver erleben. Das ist ein positiver, motivierender Stress, der Sie zu besseren Leistungen befähigt. Nach erfolgreicher Absolvierung einer Aufgabe werden Sie zufrieden sein und in eine Erholungsphase gleiten, in der ihre Energiereserven wieder aufgefüllt werden. Ihre Handlungen sind auf Erfüllung Ihrer eigenen Wünsche Erwartungen und Bedürfnisse gerichtet. Sie sind mit sich im Reinen und tun das, was Sie wollen.

Müssen Sie noch oder wollen Sie schon?, ist damit eine Frage, die Sie zu mehr innerer Ausgeglichenheit und Ruhe führt. Sie kann auch erweitert werden durch die Frage: Wie viel Freiheit nehme ich mir?. Je mehr Freiheit Sie in Ihrem Leben verspüren, desto mehr können Sie tun, was Sie wollen.

Der Weg dahin führt über eine Inventur Ihres Lebens. Hinterfragen Sie sich ehrlich, was Sie wirklich wollen. Je intensiver Sie dies tun, desto mehr Ballast in Form von Verpflichtungen und Normen werden Sie entdecken, die heute in Ihrem Leben keine Bedeutung mehr haben. Entrümpeln Sie Ihr Leben und pimpen Sie es auf einen neuen und aktuellen Stand. Scheuen Sie sich nicht vor harten Einschnitten, die anderen Menschen weh tun und Ihnen nutzen. Denn Sie sind nur sich selbst verpflichtet. Diesen Egoismus brauchen Sie für eine ehrliche und effektive Inventur Ihres Lebens. Denn Sie wollen zufrieden mit sich und Ihrem Leben sein, Ihr Handeln soll mit Ihren Wünschen und Vorstellungen im Einklang sein.

Wer sich selber vertraut und mit sich im Reinen ist, kann anderen Menschen auch mehr an echter Aufmerksamkeit und Vertrauen geben

Sebastian Fitzeks “Noah” — ein etwas anderer Thriller

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Ist der Facebook-Chef ein Wohltäter, wenn er 99% seiner Aktien des eigenen Unternehmens in eine gemeinnützige Stiftung überführt? Ist Bill Gates mit seiner milliardenschweren Stiftung und seinem sozialen Engagement ein guter Mensch, der die Welt verändern will? Hat die Allianz-Versicherung plötzlich ein soziales Gewissen, weil sie aus der Finanzierung der Verarbeitung fossiler Brennstoffe aussteigt?

Sie verstehen diese Fragen nicht? Dann haben Sie den Thriller “Noah” von Sebastian Fitzek nicht gelesen. Denn diese Fragen entstanden in meinem Kopf nach der Lektüre dieses Buches, das mich nachdenklich und grübelnd auf der Couch zurückliess, nachdem ich die letzten Zeilen gelesen habe.

Zugegeben, es ist ein etwas anderer Fitzek. Ein wenig Psychothriller, überraschende Wendungen, falsche Fährten, auf die der Autor seine Leser lockt. Also alles wie immer? Nein! Fitzek nimmt sich in “Noah” ein hochbrisantes und sehr aktuelles Thema vor. Wie werden 9 Milliarden Menschen auf der Erde satt? Gibt es wirklich eine geheime Weltregierung wie die Bilderberger? Werden die Menschen bewusst mittels Chemikalien manipuliert und sind verheerende Seuchen wirklich nur eine Laune der Natur?  Fitzek spielt auf seine eigene, einzigartige Weise mit realen Fakten und mischt diese mit einer brutalen, nervenzerfetzenden Fiktion.

Milliardäre als Wohltäter, ist dies möglich? Oder verfolgen die Herren in den eleganten Massanzügen ganz eigene, hinterhältige Pläne und täuschen mittels der ihnen hörigen Medien die gesamte Weltbevölkerung? Fitzek entwirft in “Noah” eine bedrohliche, düstere Welt, in der nichts ist, wie es scheint. Und er bezieht reale Fakten, Umweltverschmutzung, Massenpsychosen, Elendsvierte und Slums, Massenverdummung und die Manipulation auch seiner Protagonisten mit ein. Das macht den Reiz dieses Buches aus. Der Leser wird in eine ihm bekannte Welt entführt, die doch so ganz anders erscheint, als er sie kennt. Genial verknüpft Fitzek reale Fakten und Fiktion zu einer Handlung, die auch das eigene Nachdenken anregt. Dabei ist das Buch kein Aufklärungsbuch, sondern ein harter Thriller, eben doch wieder ein echter Fitzek.

Bemerkenswert ist das Nachwort des Berliner Autors, in dem dieser offen über seine eigenen Gedanken schreibt. Auch der Star des deutschen Thrillers lebt schließlich in der Realität und macht sich so seine Gedanken um das Leben. In diesem, sehr nachdenklichen letzen Teil des Buches offenbart Sebastian Fitzek auch seine eigene Ratlosigkeit über den gegenwärtigen Zustand der Welt.

“Noah” ist ein unbedingt empfehlenswertes Buch, das sich tief in das Gedächtnis gräbt und den Leser auch lange nach dem Lesen noch verstört und grübelnd zurücklässt.

Der Wiener Zentralfriedhof

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Den Wienern wurde schon immer eine besondere Beziehung zum Tod nachgesagt. Diese spezielle Mischung aus Melancholie, Morbidität und Leben spürt der Besucher intensiv während eines Bummels auf dem Zentralfriedhof der Donaumetropole. Der Friedhof ist der flächenmäßig zweitgrößte Europas. Hier lässt es sich beim Flanieren auf den weiten, von alten Bäumen eingefassten Alleen ungestört seinen Gedanken nachhängen. Scheinbar endlose Reihen mit Gräbern säumen den Weg, vergangenes Leben, ausgehaucht und vom Tod genommen. Langsam bahnt sich der Gedanke an die Endlichkeit des eigenen Ich`s seinen Weg in das Bewusstsein. Was passiert, wenn ich an der Reihe bin und mein Leben zu Ende geht? Was wird von mir bleiben, einige Texte, Bücher, Erinnerungen bei den Hinterbliebenen?

Ich schlendere langsam an den Grabsteinen vorbei in Richtung der Ehrengräber. Wiener Prominenz, Kammersänger, Bildhauer, Poeten, Dichter und Schauspieler fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Wie viel Kreativität liegt hier begraben, denke ich bei mir. Falco, die österreichische Pop-Ikone, fand hier nach seinem bewegten und viel zu kurzem Leben seine Ruhe. Ein Wallfahrtsort seiner Fans, die sich nicht entblöden, ihn nachzuäffen und das per Foto festzuhalten.

Eher staatsmännische Ruhe erlebe ich vor der Friedhofskirche. Hier fanden in einem Rondell alle Staatspräsidenten Österreichs nach dem 2. Weltkrieg ihre letze Ruhestätte. Auch die Musikantenecke ist ihren Besuch wert. Wien, die Weltstadt der Musik, lebt in meiner Erinnerung wieder auf. Unter den mehr als mannhohen Grabsteinen liegen die Gebeine von Vater und Sohn Johann Strauß, Beethoven, Brahms, Mozart, Schubert und Gluck, geballte Wiener Musikalität. Hier steht auch der berühmte weiße Flügel von Udo Jürgens, übersäht von Blumen und handgeschriebenen Nachrufen, die von der tiefen Trauer seiner Fans künden.

Wer will, kann an diesem Ort der Erinnerung einen ganzen Tag verbringen und einen Spaziergang entlang der Weltreligionen unternehmen. Juden, Buddhisten, die Glaubensrichtung des Islam, selbst die Mormonen haben hier ihre eigenen kleinen Friedhöfe. Außerdem finden Sie hier Grabstätten der griechisch-orthodoxen, serbisch-orthodoxen und armenisch-apostolischen Kirche sowie der Kopten.

Besonders berührend ist der Bereich der toten Kinder. Hier wird der plötzliche Kindstod plastisch und aus der Anonymität einer trockenen Berichterstattung heraus gerissen. Er bekommt ein Gesicht, wenn auch nur in Form einer Grabstätte.

Auf dem Wiener Zentralfriedhof wird auch der Toten der beiden Weltkriege und der sowjetischen Soldaten, die bei der Befreiung Wiens ihr Leben ließen, gedacht.

Architektonisch interessant sind die Alten Arkaden, von denen eine breite Allee entlang großer Grabsteine begüterter Wiener zur Friedhofskirche führt, die von den Neuen Arkaden links und rechts eingerahmt wird. Vor der Kirche befinden sich als Rondell die Grabstätten der verstorbenen Bundespräsidenten.

Ich wandere durch die riesigen Grabsteine des 18. und 19. Jahrhunderts zurück in Richtung Ausgang. Deutlich ist hier eine Veränderung zu den kleinen und eher schmucklosen Gräbern des letzten Jahrhunderts und der heutigen Zeit zu sehen.

Wer möchte, kann auch noch das Museum rechts vom Haupteingang besuchen und sich über die Arbeit auf dem Friedhof und im Krematorium informieren. Links des Eingangs lädt der Park der Ruhe und Kraft zum Meditieren ein.

krähe

Ich sitze rauchend auf einer Bank und sehe den Krähen zu, die sich auf den Wipfeln der alten Bäume niederlassen. Es ist irgendwie ein passendes Bild. Melancholie hat mich ergriffen und ich spüre intensiv die Morbidität dieses beeindruckenden Friedhofes.

Nach 5 Stunden verlasse ich diesen Ort der Erinnerung und Besinnung und fahre mit der Straßenbahn 71 zurück in Richtung Wiener Zentrum. Nachdenklich und doch mit einer inneren Gelassenheit kehre ich in das Leben zurück. Denn meine Zeit ist noch nicht gekommen. Doch die Frage, was bleibt irgendwann von mir, beschäftigt mich intensiver als vor diesem Friedhofsbesuch.

Lesen Sie auch: https://pagewizz.com/ein-besuch-in-wien-34878/

Nackt

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nackt — ohne kleidung, ist es das, was du meinst
nackt — ohne hoffnung, wennn du hemmungslos weinst
nackt — ohne glaube, was passiert noch im leben
nackt — ohne liebe , will sie dir keiner geben
nackt — ohne ruhe für körper und geist
nackt — ohne wissen, weißt du denn, was du weißt
nackt — deine seele, sie trägt tiefe trauer
nackt — keine tränen, um dich herum hoch die mauer
nackt — ohne halt, keiner reicht dir die hand
nackt — dir ist kalt, unbekannt ist das land
nackt — und der tod, er sieht dir schon zu
nackt — du brüllst NEIN, lass mich in ruh
nackt — möchtest du nie wieder sein
nackt — nur vor dem spiegel, mit dir ganz allein

Eine Bootstour von Javea bis zum Cap de la Nau

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Am Playa de Arenal in Javia finden Sie auch den Wassersportanbieter Maremoto. Wir buchten hier eine einstündige Bootstour mit Guide für nur 105 Euro. Es lohnte sich, sahen wir doch vom Wasser aus die Küste aus einer ganz anderen Sicht. Unser Reiseführer war ein Argentinier, der schon jahrelang in Spanien lebt und viel zu berichten wusste. Die Tour führte zunächst aus dem kleinen Hafenbecken, entlang am Schwimmerbereich hinaus auf das Meer, ehe wir den Kurs entlang der Küste einschlugen. Wellenreiten war angesagt, das Wasser hob und senkte das kleine Boot immer wieder neu.

Interessanter war der Blick auf das Ufer. Unsere Tour führte am Playa Ambolo vorbei, einer kleinen Bucht mit kristallklarem Wasser, ideal zum Tauchen und Schnorcheln.  Hoch oben auf den Klippen thronten, klein wie Spielzeug, die Villen und Ferienhäuser. Wie unser erzählfreudiger Guide berichtete, stürzte hier mal ein 4 Millionen Anwesen wegen Baumängeln ins Wasser. Der Besitzer war glücklicherweise gerade nicht zu Hause.

Wir nähern uns dem Cap de la Nau, dem Wendepunkt unserer Tour. Doch vorher erwartet uns noch ein ganz besonderes Highlight. Unter dem Cap mit seinem imposanten Leuchtturm befindet sich eine Höhle, die gern bei diesen Touren angefahren wird. Von ihr führen kleine, mit Wasser gefüllte Gänge tief in das Innere des Berges. So mancher wagemutige Abenteurer hat bei der Erforschung dieser Gänge schon sein Leben verloren. Abenteuerlich sieht sie schon aus mit den Lichtspielen an den Wänden und ohne das gleißende Sonnenlicht, das durch die Einfahrt nur noch zu erahnen ist. Motor aus, leise plätschern die Wellen des tiefdunklen Wassers an die Außenwand unserer Bootes. Wir lassen das Erlebnis einfach wirken, genießen es mit allen Sinnen.

Beeindruckt starten wir die Rücktour, reiten auf den Wellen, legen einen Zick-Zick-Kurs hin und lassen uns auf das Spiel mit dem Wasser ein. Schon bald sehen wir den lang gezogenen Strand von Javea, die Tretboote und wie Stecknadelköpfe die Häupter der Schwimmer im Wasser. Noch einmal Gas geben, der Bug hebt sich, wild schäumt das Wasser hinter uns. Langsam sinkt das Boot ins Meer zurück. Majestätisch schiebt es sich in die Einfahrt des kleinen Hafenbeckens.

Dieses Abenteuer ist vorbei, mit zerzausten Haaren und vielen neuen Eindrücken betreten wir wieder festen Boden.