15 Tage unterwegs an der Costa Blanca

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Majestätisch erhebt sich der Montgó zwischen Denia und Javia 753 m in die Höhe. Serpentinenförmig schlängelt sich die Straße zwischen den beiden Orten durch das beeindruckende Naturschutzgebiet. Hier, in Javia, oder wie die Einheimischen es nennen, Xabia, nahmen wir unser Quartier. Auf einer Anhöhe gelegen, mit einem grandiosen Blick auf das Meer schon beim Frühstück auf der Terasse. Von hier starteten wir unsere Touren in die malerischen Küstenorte Moreira und Calpe und in die Touristenstadt  Benidorm. Und natürlich auch nach Denia mit seiner langen, wechselvollen Geschichte.

castell

Von dieser erzählt dem interessierten Besucher auch das Castell des Ortes, eine wehrhafte Festung. Erbaut, um den Angriffen von Piraten und kriegerischen Berbern in vergangenen Jahrhunderten zu trotzen. Doch Vorsicht, wehrhaft ist die Festung auch heute noch. Das Auto sollte der Gast lieber einige Straßen entfernt abstellen. Die traditionell engen spanischen Gassen verengen sich auf der Fahrt zum Castell dermaßen, da ist ein Fußweg von wenigen Minuten deutlich entspannender und eher zu empfehlen.

Auf dem Castell angekommen, fasziniert der Rundumblick auf das Meer und die Stadt. Früher befanden sich innerhalb der Festungsmauern das administrative und kirchliche Zentrum von Denia, ehe der Ort sich weiter ausbreitete. Breite Mauern aus groben Steinen zeugen von den Gefahren, in denen die früheren Bewohner lebten. Reste von Munitionsdepots, auf den Wegen ausgestellte Kanonenkugeln und Schießsparten in den Mauern weisen auf die militärische Bedeutung der Festung hin. Heute gleiten Möwen majestätisch durch die Lüfte und verzaubern die Besucher mit ihrer Anwesenheit.

Der Hafen von Denia ist nach Alicante der zweitwichtigste der Costa Blanca und auf jeden Fall einen Besuch wert. Nicht nur die Segelboote und Yachten der Reichen und Schönen liegen hier vor Anker und laden zum Träumen ein. Nur 55 Seemeilen entfernt liegt Ibiza und ist mit regelmäßigen Fährverbindungen schnell erreichbar. Der Club Nautico ist öffentlich begehbar, ein Vergnügen für jeden Besucher. Nur das Angeln ist hier verboten, dafür schwimmen zwischen den Booten direkt an der Mole verschiedene Fische in Schwärmen.

Denia bietet dem Erholungssuchenden 20 km Strand. Im Süden der Stadt liegen felsige Buchten mit kristallklarem Wasser, die meist weniger überlaufen sind. Allmählich ändert sich das Bild. Es folgt ein lang gezogener Sandstrand, breit und an den Wochenenden und in der Hochsaison doch voll belegt. Ein Paradies für Schwimmer und Schnorchler. Fast alle Strände sind mir der “Blauen Flagge” zertifiziert, was eine hohe Wasserqualität bedeutet. Die wichtigsten Sandstrände sind zudem bis 19.00 Uhr mit Lifeguards besetzt, was mehr Sicherheit für den Urlauber bietet. An ihnen lässt sich auch 20-30 Meter vom Ufer entfernt noch stehen,  ideal für den Familienurlaub mir kleinen Kindern.

Hier zieht sich entlang des Strandes eine ununterbrochene Reihe von Shops, Cafes, Bars und Restaurants, die um die Touristen buhlen. Ein vergessenes Handtuch oder defekte Strandschuhe? Kein Problem, für Ersatz ist sofort gesorgt.

Allerdings, an den felsigen Buchten sieht es anders aus. Keine Lifeguards, der Urlauber ist für sich allein verantwortlich. Auch geht es schnell sehr steil in das Wasser. An manchen Buchten ist ein Stehen schon in 3 Meter Entfernung vom Ufer nicht mehr möglich. Dafür bestechen sie mit unberührter Natur und bizarren Felskombinationen, an denen sich das Wasser mit seiner Urgewalt seit Jahrtausenden bricht. Bojen sucht der Schwimmer hier vergeblich, diese Strände sind ein Paradies für den Abenteurer, der gern seine Grenzen auslotet. Strandschuhe sind hier übrigens unbedingt zu empfehlen.

Denia hat sich bei allem Tourismus seine Ursprünglichkeit bewahrt. Das centro urbano, das historische Zentrum, besticht durch kleine Gassen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Geschäfte und gastronomischer Angebote. Schlendern, Bummeln, Shoppen und Flanieren — alles ist möglich. Ab 21.00 beleben sich die Strassen, Einheimische und Touristen bevölkern die kleinen Bars und genießen Tapas und Salate, Sandwiches und Burger. Eintauchen in dieses unbeschreibliche Flair und ein Lebensgefühl, das den Deutschen so völlig fremd ist. Sich Einfangen lassen von babylonischem Sprachengewirr, exotischen Düften und einer immensen Fülle von Angeboten, das ist Denia am Abend, wenn die Sonne langsam im Meer versinkt.

Diesen Sonnenuntergang genießt der Urlauber idealerweise am Strand, bei einem kleinen Imbiss und einem Glas Wein in einer der Bars. Während des Essens immer wieder an den Strand rennen, ein neues Motiv einfangen, es ist ein Wechselspiel des kulinarischen und visuellen Genusses.

Denia, für mich eine der schönsten und faszinierendsten kleinen Städte entlang der Costa Blanca.