Misery im Schloßparktheater

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Was kann einem Autor alles passieren? Stephen King entwickelte in seinem Roman “Misery” eine wahrhafte Horrorvision. Das Buch wurde verfilmt, Kathy Bates bekam für ihre Darstellung der Annie Wilkes einen Oscar.

Nun brachte das Schloßparktheater in Berlin den Stoff auf die Bühne. Das Zwei Personen Stück lebt von dem sehr intensiven Spiel der beiden Hauptdasteller Franziska Troegner und Jörg Schüttauf. Sie spielt Annie Wilkes, den irren Fan des erfolgreichen Autoren Paul Sheldon. Dieser, von Schüttauf verkörpert, gerät nach einer Preisverleihung in einen Schneesturm und verunglückt. Wilkes findet ihn und pflegt ihn gesund. Doch die Frau entpuppt sich alsbald als Stalkerin. Als sie in einem Manuskript liest, dass ihre geliebte Romanfigur stirbt, entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod zwischen ihr und dem ans Bett gefesselten Paul. Mit aller Gewalt will sie ihn zwingen, den Roman neu zu schreiben.

Der Reiz liegt in der Aufführung auf einer Theaterbühne. Das extrem körperliche Spiel, die Dialoge und eingespielte düstere Musik schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Der Kampf des verletzten Autoren um seine Freiheit, seine Suche nach einem Ausweg aus dieser Gefangenschaft erzeugen Gänsehaut. Dabei scheut sich der Regisseur nicht vor amüsanten Wortwechseln seiner Darsteller. Paul Sheldon nutzt sein Mittel des Schreibens, um Annie zu verwirren und ihr ihr Verhalten vor Augen zu führen. Ein Feuerwerk auf der Bühne, rasant, voller Tempo und spannend.

Langanhaltender Applaus verabschiedete die beiden Schauspieler nach ihrer Darstellung. Mit diesem Stück zeigt das Schloßparktheater wieder einmal, wie Theater heute sein kann. Ich kann es nur empfehlen.