Welche Autorität hat Ihr Chef?

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Natürlich muss ein Vorgesetzter sich Respekt verschaffen. Schließlich muss er Entscheidungen nicht nur treffen, sondern auch deren Umsetzung sicherstellen. Erwächst seine Autorität jedach nur aus seiner Funktion, bedeutet dies langfristig nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für das Unternehmen einen Schaden. Er unterbindet damit nicht nur die Kreativität der ihm unterstellten Mitarbeiter. Zunehmend wird er von diesen auch als “autokratischer Herrscher” wahrgenommen werden. Seine Anweisungen werden zwar umgesetzt, an seiner Autorität wird jedoch gezweifelt. Erweist er sich dazu auch als fachlich inkompetent, verstärkt sich dieser Erosionsprozess noch.

Jack Welch war CEO von General Electric. Er sah Führungsstärke auch darin, sich mit Mitarbeitern zu umgeben, die kompetenter als er selber waren. Ein Widerspruch? Ganz und gar nicht! Es beweist im Gegenteil Souveränität. Das Delegieren konkreter Fachaufgaben an kompetente Mitarbeiter wird einfacher.  Konstruktives Brainstorming setzt ja sogar die Bündelung unterschiedlicher Fachkenntnisse vorraus.

Ein Chef, der seinen Mitarbeitern Freiräume lässt, fördert somit deren Kreativität und Eigeninitiative. Er gibt die strategische Richtung vor und fungiert eher als Supervisor. Er kann loslassen und vertraut seinen Mitarbeitern. Somit stärkt er seine natürliche Autorität, weil er bereit ist, auch von ihnen zu lernen.

Natürlich birgt ein solcher Führungsstil auch Gefahren. Doch ein souveräner Chef umschifft diese Klippen elegant. Er führt sein Team konsequent, besticht mit profundem Wissen und klaren, nachvollziehbaren Entscheidungen. Ohne seine Führungsrolle aufzugeben, bindet er sein Team in Entscheidungsprozesse ein. Seine natürliche Autorität erwächst aus seiner Persönlichkeit, aus Fachwissen und souveränem Auftreten. Ein kommunikativer Führungsstil und Respekt vor der Arbeit seiner Mitarbeiter zeichnen ihn aus.

Ein Vorgesetzter, der so führt, wird auf Dauer mehr geachtet und geschätzt werden als der “autokratische Herrscher”, der in dem ihm unterstellten Personal nur Befehlsempfänger sieht.